Mit dem MTB vom Mont Blanc zum Matterhorn

“Eindrucksüberflutung” - Das beschreibt wohl die letzte Woche in einem Wort.

Aber das ganze mal vom Anfang an.

Anfang dieses Jahres hatte ich die Tour Transalp Mont Blanc – Matterhorn bei BikeAlpin gebucht. Per Zufall gesellte sich dann noch ein Freund, den ich auf der MTB Tour Karwendel – Monte Grappa kennengelernt hatte, mit dazu.

Anreise:

Wir fuhren gemeinsam am 18.7.2009 frühs nach Les Houches (Frankreich) am Fuße des Mont Blanc. Die Autofahrt war dann, mal abgesehen von einer 80 km langen stockenden Fahrt auf der A1 zw. Zürich und Bern, fast Ereignislos. Wenn nicht ein Caterham (?) -Fahrer sein Auto 100m vor mir in die Mittelleitplanke gesetzt hätte und ich nicht den umherfliegenden Vorderräder und anderen Teilen hätte ausweichen müssen. (Anmerkung: Es gab keine Verletzte!)

Trotz der zwei “Ereignisse” kamen wir dann relativ pünktlich im Hotel Campanules an. Nach einem 7,60€ teurem Bier ging es uns erst mal wieder gut. Frankreich ist in Sachen Essen und Trinken nicht gerade “günstig”, das haben wir dann die nächsten Tage noch genauer bemerkt.

Etappe1

Blick ins Montjoie Tal

1. Etappe: LES HOUCHES – BEAUFORT
50km und 1800hm, davon waren 500hm zu schieben (Anmerkung: Das Wort ca. lasse ich bei den ganzen Zahlen mal weg und beim Schieben ist nur bergauf gemeint ;-) )

Frühs ging es langsam zur Sache. Über Skipisten ging es über den Col de Voza auf 1653m, dabei hatten wir den Mont Blanc immer Blick. Dann hinuter ins Montjoie Tal, um anschl. über den 1993m hohen Col du Joly zu fahren. In einer  kleine Alm auf dem zum Col du Joly legten wir eine kleine Pause ein. Hier sollte man allerdings vorbestellen sonst gibt es (fast) nichts zu essen. Irgendwie gab es dann doch einen Salat mit hauseigenen Zustaten und das zum stolzen Preis von 19€!  Nach dem Col du Joly ging es hinunter nach Beaufort in ein schönes kleines Hotel im Ort.

2. Etappe: BEAUFORT – BOURG SAINT MAURICE
50km und 1700hm, davon waren ein paar Meter zu schieben

Etappe2

Im Hintergrund der Mont Blanc

Zum Frühstück ging es über den 1750m hohen Col du Pre und nach einer kurzen Abfahrt hatten wir dann wieder einen großartigen Blick auf den Mont Blanc und den Lac de Roselend. Nach einer Mittagspause an dem See, umrundeten wir diesen auf einem nicht ganz “trockendem” aber dennoch schönen Trail ;-) . Der letzte Anstieg des Tages führte über die Strasse hinauf zum Cormet de Roselend (1968m). Nach einigen Metern konnten wir die Strasse aber bald wieder verlassen und die Abfahrt über einen schönen Trail nach Les Capieux abfahren. Ursprünglich wäre hier unsere Unterkunft gewesen, aber wegen der Tour de France mussten wir noch weiter nach Bourg-Saint-Maurice. Der dort erst “mürrisch” wirkende Kellner entpuppte sich während des super Abendessens zu einem Spaßvogel.

3. Etappe: BOURG SAINT MAURICE - RIFUGIO ELENA
58km und 2400hm, davon 550m zu schieben

Wegen unserer extra Abfahrt vom Vortag mussten wir den Tag mit einer Fleißaufgabe beginnen und die 700hm nach Les Capieux erstmal meistern. Von dort ging es erst noch fahrend dann schiebend auf den Col de la Seigne auf ca. 2516m. Jetzt könnt Ihr raten! Ja!!! Es folgte ein sehr schöner Trail hinab zum Refugio Elisabetta zur Mittagspause und dann noch weiter bergab bis nach Courmayeur. Um aber unser Tagesziel zu erreichen mussten wir nun wieder über 15km und 800hm zum Refugio Elena auf 2062m hochschrauben. Diesmal war die Übernachtung eine Berghütte mit “Bettenlager”. Wobei das fast schon abwertend ist. Das Bettenlager aus Stockbetten bestehend, war sauber und das Essen ebenfalls super. Lediglich an die französischen Stehtoiletten werde ich mich nie gewöhnen. Hier muß man zu viel koordineren. (Zielen, Hose dabei nicht treffen, Gleichgewicht halten ;-) )

4. Etappe: RIFUGIO ELENA – FIONNAY
51km und 1500hm, davon 500m zu schieben

Ein nicht ganz einfaches Schiebestück gab es gerade mal 100m hinterm Haus. Leider im Nebel haben wir uns auf den 2537m hohen Col du Ferret “geschoben”. Aber kaum haben wir ca. 50hm bei der Abfahrt “vernichtet”,  löste sich der Nebel auf und wir fuhren einem leider “etwas” überlaufenen aber schönen Trail hinuter. So ging es ca. 30km bis auf 700 hm nach Sembrancher hinunter. Einen kurzen Regen entkamen wir während unserer Mittagspause in einem Hausrohbau ;-) . Auf wenig befahrener Straße ging es in das Val de Bagnes hinauf in das Dorf Fionnay. Damit es nicht langweilig wurde, habe ich es vorgezogen auf dieser Straße noch meine Kette “abzuwerfen”. Dank Kettenschloß war das auch schnell wieder repariert. Unnötig zu sagen, das auch hier das Essen super war. Das mag auch daran liegen, das der Wirt auch selbst Ziegen hält.

5. Etappe: FIONNAY – FENIS
82km und 1900hm, davon 500m zu schieben

Etappe5

Ein 8ter in Perfektion

Heute wurde es richtig Hochalpin! Aufgrund des Wetters war ein früher Start angesagt. Pünktlich folgten wir der Strasse weiter bis auf die Staumauer des Lac de Mauvoisin. Durch einen Tunnel mit mehreren “Fenstern” und einem anschl. Panoramaweg fuhren den Stausee entlang. Ideal für Fotos. Bei einer kurzen Pause am Ende des Stausees wurden wir von zahlreichen Murmeltieren beobachtet. Der Anstieg zum Fenetre de Durant auf fast 3000m beginnt bei noch regenfreien aber durch die Höhe kälter werdendem Wetter. Bergab ging es wieder auf einem anspruchsvollen Trail. Diesmal musste allerdings etwas geschoben werden. Ein Sturz (nicht ich!) führte zu einem ordentlichen 8ter im Hinterrad. Zum Glück konnten wir die Felge soweit “zurechtgebiegen”, das eine Weiterfahrt möglich war. Eine Pause mit dem selbst transportierten Leckereien, lenkte vom einsetzenden Regen ab. Dieser Regen verfolgte uns nun die nächsten 3h auf dem Weg über Forstwege ins Aostatal. Aber unser Glück an diesem Tag war groß, so daß wir auf den letzten 20 km wieder schönes Wetter hatten. So kamen wir gegen 17 Uhr in Fénis an und belohnten uns mit ausreichend Panaché (Radler).

6. Etappe: FENIS – CERVINIA
42km (+ x km) und 1700hm (bzw. 2700hm), davon nichts zu schieben

Heute war es mehr eine “Überführungsetappe” nach Breuil-Cervinia. Da es keine akzeptablen Wege gibt, ohne das die Etappe zu anstrengend wird, fuhren wir auf Nebenstraßen bis zum Eingang des Valtournenche und die weiter das Tal bergauf nach Cervinia. Einige haben noch einen kleinen Umweg “eingebaut”, so das für die die Etappe um 1000hm “anstrengender” wurde. Ich selbst habe es bei der vorgesehen Route belassen, da ich lieber den morgigen Tag ausgeruht genießen wollte. Immerhin standen 1300hm zum Schieben an.

7. Etappe: CERVINIA – VISP (Königsetappe)
61km und 1450hm, davon 1300hm zu schieben

Etappe7-1

Auf dem Weg zum Theodulpass

Aufstehen um 5:30 Uhr, Abfahrt um 6:15 Uhr, 1300hm schieben.

Hört sich schlimm, ergibt aber eine herrliche Tour. Voraussetzung man hat auch schönes Wetter!
So erlebt man das Matterhorn wie es von der Sonne “geweckt” wird. Also machten wir uns auf den Weg den Theodulpass auf 3301m Höhe möglich früh zu überqueren, bevor die Sonne den Gletscher zu sehr “aufweicht” und somit unfahrbar wird. Ein Problem hatten wir plötzlich doch. Teilnehmer die den Aufstieg per Lift “vereinfachten” wollten, standen plötzlich vor “wegen Wind geschossener Liftstation”. Aber auch heute half uns unser Glück. Der Chef einer Baustelle der gerade Arbeiter den selben Weg zu einer Baustelle fuhr, holte die beiden Teilnehmer im Tal ab und fuhr diese soweit bis dieser uns einholte. Ich selbst hätte nur noch wärmere Handschuhe benötigt, so zog ich dann ein zweites Paar über die Handschuhe die ich schon anhatte.

Etappe7-2

Im Hintergrund das Matterhorn

Oben am Pass angekommen erstmal in einer Alm mit einem Kaffee aufwärmen. Dann das obligatorische Gruppenbild. Dann war Spaß angesagt! Wir fuhren mit unseren Bikes über den Gletscher Richtung Trockener Steg. Möchte nicht wissen was sich die Skifahrer gedacht haben ;-) . Die weiteren 1200hm gingen dann wieder über schöne Trails bis hinunter nach Zermatt. Von dort die letzten 36 km auf der Strasse bis zum Hotel in Visp. Geschafft!!!!

Rückreise:
Erst der Rücktransport per Bus nach Les Houches. Der Fahrer des Busses weigerte sich die Bikes in seinem Hänger zu sichern. Wollte wohl keine Verantwortung übernehmen. So mussten wir Bikes selber im Hänger sicher verstauen. Die Rückfahrt nach Würzburg war dann staufrei und unspektakulär.

Fazit:
Eine Tour die mit “positiven” Überraschungen überrascht hat. An erster Stelle die zahlreichen, schönen und auch technischen Trails. Das durchwegs super Essen. Das, bis auf 3h Regen, super Wetter. Die hochalpine Landschaft mit den beiden markanten Bergen. Letzendlich haben auch die Teilnehmer, unser Guide Gitta und Manuel, der neben Gepäcktransport auch div. Besorgungen erledigt hat und natürlich mein Supershuttle FR das mich zuverlässig über die Tour “getragen” hat (Manchmal hab ich es getragen ;-) ), zu diesem perfekten und unvergesslichen Urlaub beigetragen.

Freue mich jetzt schon auf die nächste Tour. Evtl. mal die Abruzzen? ;-)

Bilder wieder hier in der Galerie.

Am Fuße des Montblancs, dem höchsten Berg der Alpen beginnt unsere Tour. Gleich geht es, stetig steiler werdend, berauf zum ersten Pass, dem Col de Voza auf 1653 Meter. Die Eisfelder am Montblanc leuchten in der Sonne. Eine steile Abfahrt führt ins Montjoie Tal, an
dessen Ende die Auffahrt zum Col du Joly ( 2000m) beginnt. Geschafft! Jetzt rollen wir entspannt ins Tal zum kleinen Städtchen Beaufort (740m) wo man den leckeren Beaufort Käse probieren sollte. [49 km, 1799 hm, S500 hm, F/A]   *

5 Kommentare zu „Mit dem MTB vom Mont Blanc zum Matterhorn“

  • Michael:

    Servus

    Habe mit grossem Interesse deinen Bericht zur Transalp Mont Blanc Matterhorn gelesen.

    Hast du dazu einen GPS TRack ?

    Wäre dir dafür sehr dankbar

    lg

    Michael Steiner

    • Thomas:

      Hi Michael, hast Du fuer die Tour GPS tracks erhalten? Falls ja, waere ich auch interessiert. den TMB habe ich letztes jahr gemacht. jetzt reizt mich die tour fionnay zermatt. gruss thomas

  • Josef:

    Hallo

    die Tour liest sich ja richtig super.

    Wie ich gelesen habe, hast Du hierfür auch einen
    GPS Track.
    Wir wollen nächstes Jahr so etwa dieselbe Tour fahren.
    Kannst Du mir bitte den Track zusenden.

    Danke im voraus.

    Gruss Josef

  • Thomas:

    Hallo,

    wollen die Tour ebenfalls in wenigen Wochen in Angriff nehmen, drum auch meine Frage bzw. Bitte wegen GPS-Tracks.

    Besten Dank im Voraus

    Thomas

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